
Habe in Hosea weiter gelesen. Kapitel 3,1:
Der Herr sprach zu mir: "Obwohl deine Frau deine Liebe nicht erwidert hat, sondern ständig die Ehe bricht, sollst du sie wieder bei dir aufnehmen und sie lieb haben.
Dies ist der einzige Vers in dem Abschnitt, den ich heute gelesen habe, den ich auf mich persönlich verstanden habe. Ich baue immer wieder Mist. Ich falle an manchen Stellen in meinem Leben immer wieder in Verhaltensweisen zurück, von denen ich weiß, dass sie vor Gott nicht in Ordnung sind. Aber ER nimmt mich immer wieder auf. Wenn seine Gnade und Liebe nicht so groß wäre, wäre ich schon lange kaputt gegangen. Danke HERR.
Im weiteren Verlauf des Textes (Kapitel 4) springen mir allerdings immer wieder Verse ins Auge, die mich mit Magenschmerzen an die aktuelle Situation in unserer Kirche denken lassen.
Vers 4
Euch, ihr Priester, euch klage ich an!
Vers 6
Mein Volk läuft ins Verderben, weil es den richtigen Weg nicht kennt. Denn ihr Priester wollt nichts mehr von der Wahrheit wissen. Deshalb will ich auch nichts mehr von euch wissen! Ihr sollt nicht länger meine Priester sein.
Vers 14
Doch ich werde nicht sie für ihre Hurerei und ihren Ehebruch bestrafen. Denn es sind die Priester, die ein schlechtes Beispiel geben: Gerade sie laufen den Huren nach und feiern Opfermahlzeiten mit den Prostituierten am Tempel. So stürzen sie das Volk, das es nicht besser weiß, ins Verderben.
Wie kann ich für eine Kirche arbeiten, deren oberste Leitung immer mehr Dinge tut und lehrt, die mit dem Wort Gottes nicht übereinstimmen? Einerseits kann ich Gedankengänge nach-vollziehen, die versuchen die volkskirchlichen Strukturen missionarisch zu nutzen. Andererseits habe ich für mich ständig das Gefühl in einem inneren Zerriss zu stehen. Ich habe dauernd innerlich den Eindruck mich dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich in dieser Kirche verbleibe, obwohl ich weiß, dass von der Kirchenleitung z.T. regelrecht Irrlehre verbreitet wird.
Im Konstanzer Kalender stand zur Tageslese am 11.Juni(2.Mose 2,11-25) folgender Text:
Asylsuchender zu sein, ist bitter. Es war auch herb für Mose. Selbst wenn man damals nicht um eine Erlaubnis für Aufenthalt und Arbeit kämpfen musste. Mose war am Hof des Pharao erzogen worden, aber nun hatte ihn der Herrscher Ägyptens auf die Abschussliste gesetzt. Mose hatte sich auf die Seite seiner israelitischen Blutsbrüder schlagen wollen. Aber sie hatten ihm die kalte Schulter gezeigt. Zwar fand er einfache Tätigkeit, Auskommen und sogar eine Frau. Aber er beharrte trotzig darauf: "Ich bin ein Fremdling und will auch ein Fremdling bleiben!" Ahnte er, dass Gott Sinnvolleres für ihn vorgesehen hatte? Trauen wir Gott zu, dass er noch ganz anderes mit uns vorhat?
Ich habe versucht wieder in dieser Kirche zu arbeiten. Aber diese Kirche zeigt eine Entwicklung, die es mir immer mehr unmöglich macht guten Gewissens in ihr zu verbleiben. Vielleicht ist es wieder Zeit für eine „einfache Tätigkeit“ und meine Familie um mich weiter von Gott auf vorbereiten zu lassen, was ER mit mir vor hat?
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